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Francis FukuyamaDer letzte MenschWohin steuert die Welt?© Hoffmann und Campe, Hamburg 22026 , 269 S. 26,00 € ISBN 978-3-455-02191-2 nur angelesen im August 2026 |

Schaut man einem geschenkten Gaul wirklich nicht ins Maul? Stets zum Geburtstag erhalte ich einen Stapel Bücher - meist unpassend, weil schon gelesen oder weil die Schenker meine Orientierung nicht miteinbeziehen. Früher habe ich tapfer hunderte Seiten durchmalocht, heute lege ich das Buch beiseite - und verkaufe es noch unversehrt - wenn ich beim Anlesen merke, dass die Lektüre für mich nur Zeitverschwendung wäre.
Gleich in der ersten Zeile von Fukuyams "Bestseller" taucht Trump auf und wir erfahren, wie schlimm er ist. Dann rechtfertigt der Autor seinen "Knaller" "DAS ENDE DER GESCHICHTE", und dann nimmt eine naive Erlebniserzählung ihren Lauf. Wie erfahren jede Menge Wichtigkeiten, etwa, dass "Tante Fumi ... eine der nettesten und offenherzigsten Personen" war, "die ich je kennengelernt habe". (S. 13). Es wird schnell klar, dass es sich um eine Autobiographie bzw. Familienbiographie handelt, in der wir mit zahlreichen Fotos von Tanten, Babys, Großmüttern usw. beglückt werden. Auch ein Foto des selbst gebauten Pembroke-Tischs (S. 25) darf nicht fehlen; wir erfahren sogar die genauen Maße und dass die zur Herstellung verwendete Kettensäge aus Alsaka stammt.
Nach soviel Familie und Alltag wird es pseudophilosophisch. Umwerfend ist Fukuyamas Bekenntnis, "dass es so etwas wie eine menschliche Natur gibt, also eine Reihe von Fähigkeiten ...., die den Menschen von Schimpansen und Gorillas unterscheiden, ganz zu schweigen von Ziegen und Regenwürmern." (S. 124)
Damit habe ich endlich genug, schmeiße das Buch aber nicht wie Denis Scheck respektlos in die Tonne, sondern biete es auf Kleinanzeigen an. Der potentielle Käufer tut mir allerdings leid.
Michael Seeger, 05. August 2026
© 2002-2026 Michael Seeger, Letzte Aktualisierung 05.08.2026